Allgemeine Informationen zum österreichischen Schulsystem

Die Berechtigung zum Studium kann mittels Reifeprüfung (Matura) oder auch über eine Berufsreife- bzw. Studienberechtigungsprüfung erworben werden. Der Bologna-Prozess führte auch in Österreich ab 2001 zur Umstellung auf ein dreistufiges Studiensystem (Bachelor, Master und Doktorat/PhD). Das Bachelorstudium bietet eine breite fachliche Basis auf wissenschaftlichem Niveau und erlaubt den sofortigen Berufseinstieg nach sechs Semestern Regelstudienzeit. Nach Studienabschluss wird der akademische Grad Bachelor mit einem im Curriculum festzulegenden Zusatz verliehen. Die Bezeichnung des Bachelors wie z. B. „Bachelor of Arts“ (BA) wird von den Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten festgelegt. An Pädagogischen Hochschulen wird der „Bachelor of Education“ (BEd) verliehen. Der Bachelorabschluss ist Voraussetzung für die Absolvierung eines Masterstudiums (zwei bis vier Semester), in dem eine inhaltliche Vertiefung in einem Thema mit aktuellem wissenschaftlichem Bezug erfolgt, wie „Master of Arts“ (MA). Das Studiensystem Bachelor/Master ersetzt weitgehend das bisherige Diplomstudium (acht bis zwölf Semester), das mit Magister/Magistra bzw. Diplom-Ingenieur/in abgeschlossen hat.

Nach einem erfolgreichen Masterstudium oder Diplomstudium kann als weiterführendes Studium ein Doktorats- oder PhD-Studium – Mindestdauer drei Jahre – an einer Universität mit Promotionsrecht folgen. Dieses schließt mit der Verleihung des Doktor- oder PhD-Grades („Doctor of Philosophy“) ab. Die Grafik (rechts) gibt einen Überblick über das österreichische Bildungssystem.

Universitätslehrgänge, Fachhochschul- und Hochschullehrgänge sind akademische Weiterbildungsmöglichkeiten, die ein abgeschlossenes Studium und/oder einschlägige Berufserfahrung voraussetzen und meist in berufsbegleitender Form organisiert sind. Sie schließen meist mit einem akademischen Grad (Master) oder einer akademischen Bezeichnung („Akademische/r … (mit einem inhaltlich charakterisierenden Zusatz) ab. Die Mastergrade in der Weiterbildung sind nicht identisch mit den Mastergraden aufgrund des Abschlusses ordentlicher Studien (Masterstudien), auch wenn sie teilweise denselben Wortlaut haben.

„Studieren in Niederösterreich. Der Hochschulatlas NÖ“ stellt Studien im Ausmaß von mindestens 60 ECTS-Credits dar. Ist der Abschluss nicht ausdrücklich angeführt, lautet dieser „Akademische/r …“ (mit einem inhaltlich charakterisierenden Zusatz).

ECTS (European Credit Transfer System) ist ein System zur besseren und leichteren Anerkennung von erworbenen Studienleistungen an anderen hochschulischen Einrichtungen. Dieses System wurde von 1989 bis 1995 an 145 europäischen Hochschulinstitutionen eingeführt, erprobt und steht seit 1995 allen Hochschuleinrichtungen Europas offen. Das ECTS-Punkte-System erleichtert die akademische Anerkennung und spielt mittlerweile eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Ziele des Bologna-Prozesses. ECTS ist für alle österreichischen Hochschulen verpflichtend.

Das österreichische Bildungssystem

Download der Grafik unter:

Quelle: www.bildungssystem.at 

ECTS geben die gesamte Leistung wieder, die für eine Lehrveranstaltung anfällt. Pro Studiensemester werden 30 ECTS-Punkte als Vollzeitstudium angesehen. 1 ECTS-Punkt entspricht einem Arbeitsaufwand (Präsenzzeit, Selbststudium und Prüfungen) von 25 – 30 Stunden.

Berufsbegleitend gibt Auskunft darüber, dass es das jeweilige Studienangebot (auch) berufsbegleitend gibt.

Die PDF-Version von „Studieren in Niederösterreich. Der Hochschulatlas NÖ“ steht auf www.nfb.at zum Download bereit und Printexemplare können bestellt werden.