Fördernehmerin der Life Science Calls erhält NÖ Innovationspreis

06.11.2014 / Forschung

Austrian Institute of Technology (AIT), Sieger Kategorie Innovationen von NÖ Forschungseinrichtungen: WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, Friederike Trognitz und Siegrid Widhalm (beide: AIT), Landesrätin Petra Bohuslav. (Foto: WKNÖ/Kraus)

Austrian Institute of Technology: Weniger Allergenpotenzial von „Ragweed“. Das AIT widmet sich intensiv alternativen Methoden zur Bekämpfung von Ragweed. Vielversprechend gestaltet sich hier der Einsatz von aus Ragweed isolierten Bakterien. Sie sind umweltfreundlich und schonen wertvolle Kulturpflanzen. Das Projekt wird von Niederösterreich gefördert. Dazu gehört auch ein Monitoring der Pflanze in NÖ und der Ausprägung der Allergie. Ziel des Projektes: Stopp einer weiteren Ausbreitung dieser nichtheimischen Pflanze und sie wieder zurückzudrängen.

Weltweit sind über 50 Prozent der Futtermittel mit Fumonisinen verunreinigt. Sie verringern die Futtermittelverwertung bei Nutztieren, wirken leistungsmindernd und verursachen schwere Erkrankungen, die sogar zum Tod führen können. Die Kontamination von Getreide mit natürlich vorkommenden Fumonisinen verursacht Milliardenschäden in der Landwirtschaft. Wird dem Tierfutter das Enzym FUMzyme zugesetzt, werden die Fumonisine während der Verdauung im Tier zu ungiftigen Stoffwechselprodukten abgebaut. Bislang wurden zur Verhinderung von Fumonisin-Vergiftungen lediglich beschränkt wirksame Bindemittel eingesetzt. In einem gemeinsamen, mehrjährigen Forschungsprojekt mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern wurde das Fumonisin-abbauende Bodenbakterium Sphingopyxis sp. MTA 144 identifiziert und das verantwortliche Enzym isoliert. Mittlerweile wird FUMzyme mit Hilfe von Hefezellen produziert und in gereinigter Form verkauft. Die Wirksamkeit wurde bereits in Kurz- und Langzeit-Fütterungsstudien bewiesen. 2013 wurde das Produkt im wichtigen Absatzmarkt Asien eingeführt und seither erfolgreich verkauft. Im nächsten Schritt wird FUMzyme in der EU und in Nord- und Südamerika auf den Markt gebracht. Im September 2014 erhielt Biomin sowohl die Zulassung in der EU, als auch für Brasilien. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat das Biomin-Produkt wissenschaftlich bewertet: Das Enzym baut Fumonisine zu ungiftigen Stoffwechselprodukten ab und ist sicher für Mensch, Tier und Umwelt. Dies ist die erste Zulassung, die von der Europäischen Kommission für Mykotoxin-abbauende Enzyme vergeben wurde. Das Projekt wurde auch für den Staatspreis nominiert.

Wachstumsmotor Innovation

Für Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav ist eine aktive Innovations- und Technologiepolitik wichtige Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum der Wirtschaft: „Innovation und Technologie sind wesentliche Säulen der NÖ Wirtschaftsstrategie. Innovative Unternehmen bilden das Fundament, auf dem die wirtschaftliche Kraft unseres Bundeslandes fußt. Daher bieten wir innovativen Betrieben ein maßgeschneidertes Unterstützungsangebot, das von der Beratung, über Finanzierung und Förderung bis hin zur Vernetzung mit Forschungseinrichtungen reicht.“

Land und Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) unterstützen bereits seit vielen Jahren gemeinsam innovative Unternehmen über die Technologie- und Innovationspartner (TIP). „Wenn es um kompetente, effiziente und starke Innovationsförderung geht, sind unsere TIP die richtigen Ansprechpartner“, bekräftigt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, „damit haben Wirtschaftskammer und Land mit Unterstützung der EU ein Schwungrad für Innovationen geschaffen, das direkt bei den Betrieben ansetzt und sich ganz konkret und positiv in den Betrieben auswirkt. Unsere TIP nutzen allen Branchen und Betrieben jeglicher Größe – von EPU bis zum Leitbetrieb. Den Beleg dafür liefert nicht zuletzt die heutige Veranstaltung - 70 Prozent der Projekte beim Innovations-Preis stammen von TIP-Kunden!“

27. NÖ Innovationspreis- Karl Ritter von Ghega Preis

Kategorie: „Innovationen für den Konsumenten“

Sciotec Diagnostic Technologies GmbH: Enzymatischer Fructose-Abbau vermindert Fettleber-Risiko. Fructose wird nach der Aufnahme im Dünndarm zur Leber transportiert und fast zur Gänze in Fett umgewandelt, das die Blutfettwerte erhöht und als Depotfett in der Leber gespeichert wird. Das Produkt Xylosolv schafft ein Gleichgewicht zwischen Glucose und Fructose im Darm. Da Glucose rasch und Fructose langsam aufgenommen wird, kann so ein Großteil der Fructose als Glucose aufgenommen werden. Damit wird die Menge an verfügbarer Fructose reduziert, die Leber geschützt und die entstandene Glucose signalisiert dem Körper rechtzeitig, dass er satt ist. Das Projekt wurde auch für den Staatspreis nominiert.

Kategorie: „Innovationen für die Wirtschaft“

Firma EGSTON: COMPISO, ein neuer Meilenstein im Bereich Leistungsverstärker. Um elektrische Systeme wie Smart Grids, elektrische Antriebe für Autos oder Schienenfahrzeuge zu entwickeln, werden zuerst mathematische Simulationsmodelle erstellt, danach wird mit der Konstruktion und dem Bau der Systeme begonnen. Jahre später stehen dann reale Prototypen zur Verfügung: Meistens verhalten sich diese Systeme unter realen Bedingungen aber anders als geplant. Mit dem COMPISO ist es möglich, das Systemverhalten unter realen Umweltbedingungen zu testen, noch bevor überhaupt mit der Konstruktion der Systeme begonnen wird. Das minimiert Kosten und Risiken. Das Projekt wurde auch für den VERENA (Verbund-Förderpreis) nominiert.

Kategorie: „Innovationen aus Forschungseinrichtungen“

Austrian Institute of Technology: Weniger Allergenpotenzial von „Ragweed“. Das AIT widmet sich intensiv alternativen Methoden zur Bekämpfung von Ragweed. Vielversprechend gestaltet sich hier der Einsatz von aus Ragweed isolierten Bakterien. Sie sind umweltfreundlich und schonen wertvolle Kulturpflanzen. Das Projekt wird von Niederösterreich gefördert. Dazu gehört auch ein Monitoring der Pflanze in NÖ und der Ausprägung der Allergie. Ziel des Projektes: Stopp einer weiteren Ausbreitung dieser nichtheimischen Pflanze und sie wieder zurückzudrängen.

Sonderpreis: „Innovativstes KMU“

LITHOS CornProtect - Biologischer Pflanzenschutz für Maiskulturen

Mit dem von der Firma LITHOS entwickelten Produkt CornProtect gibt es nun eine für Bienen ungefährliche Methode zur Bekämpfung des „Maiswurzelbohrers“. Über die „Verwirrmethode“ (mating disruption) wird die Fortpflanzung des Maisschädlings verhindert: Die Sexuallockstoffe des Käferweibchen werden über die gesamte Flugperiode des Käfers verfügbar gemacht, sodass die Weibchen von den Männchen nicht mehr gefunden werden. Die für den größten Schaden verantwortlichen Larven können so gar nicht erst entstehen. Das Projekt wurde auch für den ECONOVIUS nominiert.

Eckdaten: Die Kategoriepreise sowie der WKNÖ-Sonderpreis „Innovativstes KMU“ sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert, der Gesamtsieger erhält 10.000 Euro. Insgesamt wurden 92 Projekte im online-System eingereicht, 45 Projekte haben es zur Veranstaltung in Grafenegg geschafft.