Life Science Call 2017

LS17-018 Oberflächenmodifizierte Milchsäurebakterien zur Inhibierung intestinaler Viren

Projekt-ID: LS17-018

HauptantragstellerIn:
IMC Fachhochschule Krems
Wissenschaftliche Leitung:
Priv.-Doz., Dr. Reinhard Klein (IMC Fachhochschule Krems)
ProjektpartnerIn:
Univ.-Prof. Dr. Georg Gübitz (Universität für Bodenkultur / IFA Tulln) Assoc. Prof. Dr. Clemens Peterbauer (Universität für Bodenkultur)Ao. Univ. Prof. Dr. Angela Witte (Universität Wien)Dr. Jens Hartman (Donau-Universität Krems)
Forschungsfeld:
Biotechnologie

Die Zusammensetzung des intestinalen Mikrobioms wird zunehmend als bedeutender Faktor bei der Prävention von Erkrankungen erkannt. Eine Manipulation des Mikrobioms kann daher als Strategie gesehen werden, intestinale Erkrankungen zu verhindern oder zu behandeln. Der humane intestinale Trakt ist der Ort der Vermehrung einer Reihe humanpathogener Viren, darunter humane Adenoviren. Während die Infektionen mit Adenoviren in immunkompetenten Personen relativ harmlos verlaufen, können sie in immundefizienten Patienten systemisch und lebensbedrohlich werden. Betroffen sind Empfänger von Organtransplantaten vor allem aber Empfänger hämatopoietischer Stammzellen. Für Empfänger hämatopoietischer Stammzellen mit disseminierter Infektion wurden Mortalitätsraten bis 80% berichtet. Disseminierte Infektionen starten typischerweise im intestinalen Trakt. Die Wirksamkeit von der Substanzen, die normalerweise als Therapeutika eingesetzt werden, ist begrenzt, und Nephrotoxizität ist eine häufige Nebenerscheinung. Auf Grund der Tatsache, dass die Anzahl von Transplantatempfängern ständig im Steigen begriffen ist, ist die Entwicklung neuartiger Strategien zur Therapie von Adenovirusinfektionen von hoher Dringlichkeit. Im Zuge dieses Projekts soll untersucht werden, ob bestimmte von Bakterien hergestellte humane Proteine in der Lage sind, die Infektion durch Adenoviren im menschlichen Verdauungstrakt zu begrenzen. Dadurch könnte verhindert werden, dass die Zahl der Viren im Verdauungstrakt auf ein derartiges hohes Niveau ansteigt, dass die Infektion letztendlich auf andere Organe übergreift und systemisch und damit lebensbedrohlich wird. Speziell bei immundefizientn Patienten ist bekannt, dass lebensbedrohliche Adenovirusinfektionen häufig durch Reaktivierung bereits im Darm vorhandener Adenoviren ihren Ausgang nehmen. In dem Gemeinschaftsprojekt sollen Bakterien, die den menschlichen Verauungstrakt besiedeln können, derartig verändert werden, dass sie die gewünschten Eigenschaften zur Inhibierung der Viren erhalten und damit eine Ausbreitung der Infektion verhindert oder gemildert wird.